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Demenz

Daten 2022
Daten 2022

Demenz ist eine der größten gesundheitlichen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit. In Italien steigt die Zahl der Demenzkranken kontinuierlich an. Schätzungen gehen von etwa einer Million Betroffenen aus. Zusätzlich leben rund 900.000 Personen mit Mild Cognitive Impairment (MCI), einer Vorstufe, die das Risiko für schwerere Formen erhöht. Die alternde Bevölkerung macht das Thema immer wichtiger und betrifft nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch Familien und das soziale Umfeld. Um dieser Situation zu begegnen, wurde 2016 der Nationale Demenzplan (PND) erstellt. Er verfolgt vier zentrale Ziele:

  1. die Vorbeugung und frühe Diagnose fördern;
  2. die Qualität der Versorgung und Betreuung verbessern;
  3. pflegende Angehörige und Familien unterstützen;
  4. das Netzwerk der Dienste ausbauen und Fachkräfte schulen.

Der Nationale Demenzplan (PND) sieht die Erstellung regionaler bzw. provinzieller Demenzpläne vor, die an die jeweiligen territorialen Besonderheiten angepasst sind. Zur Sicherstellung ihrer Umsetzung wurde ein Überwachungsgremium eingerichtet, das offizielle Dokumente erarbeitet hat. Diese wurden von der Gemeinsamen Konferenz genehmigt und tragen zur Harmonisierung der Strategien auf nationaler Ebene bei.

Zur Umsetzung der Maßnahmen des Plans wurde am Istituto Superiore di Sanità (ISS) das Demenz-Observatorium eingerichtet. Es übernimmt Aufgaben in den Bereichen Forschung, Ausbildung, Überwachung und Information. Im Jahr 2024 veröffentlichte das Observatorium zudem die Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Demenz und Mild Cognitive Impairment – ein zentrales Dokument zur Orientierung der klinischen und pflegerischen Praxis.

Auf Landesebene führt die Gesundheitsbeobachtungsstelle die epidemiologische Überwachung des Phänomens durch, indem sie relevante Daten erhebt und auswertet, um die Planung der Dienstleistungen zu unterstützen.

Parallel zu den demografischen Entwicklungen altert auch die Südtiroler Bevölkerung zunehmend. Dies zeigt sich in der kontinuierlichen Zunahme des Anteils der über 65-Jährigen im letzten Jahrzehnt. Derzeit leben in Südtirol 113.208 Personen über 65 Jahre, was 21,0 % der ansässigen Bevölkerung entspricht.

Da der enge Zusammenhang zwischen Alter und Auftreten der Erkrankung als gesichert gilt, schätzte die Gesundheitsbeobachtung im Jahr 2022 rund 5.050 Demenzkranke, davon etwa 4.900 (97 %) im Alter von 65 Jahren und älter. Dies entspricht einer Prävalenz von 9,5 Fällen pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in der Gesamtbevölkerung und steigt auf 45,3 Fälle pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner bei der Gruppe über 65 Jahre. Die geschätzten Prävalenzwerte decken sich mit den Ergebnissen anderer nationaler und internationaler Studien ("Lo stato di avanzamento del progetto regionale demenze 2022 della Regione Emilia Romagna", "Walfare e Salute in Toscana 2023", "Global status report heart response to dementia WHO 2021").

Wenn man die in Südtirol verzeichneten Prävalenzraten auf die zukünftige Bevölkerungsprognose für das Jahr 2050 überträgt, wird geschätzt, dass die Zahl der Demenzkranken auf über 8.700 Fälle ansteigt – ein Zuwachs von mehr als 75 % gegenüber den derzeit bekannten Werten.

Die Komplexität der Demenz erfordert einen integrierten und multidisziplinären Ansatz. Die Landesverwaltung, der Südtiroler Sanitätsbetrieb, die Sozialdienste von Bozen sowie die Bezirksgemeinschaften und die Organisationen des Dritten Sektors müssen zusammenarbeiten, um eine angemessene, personenbezogene Betreuung entlang des gesamten Krankheitsverlaufs zu gewährleisten.

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Letzte Aktualisierung: 04/11/2025