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Essstörungen

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Was sind Essstörungen?

Ernährungs- und Essstörungen (ES) wie Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und Binge-Eating-Disorder sind psychiatrische Symptome. Sie sind durch eine anhaltende Essstörung oder Essverhalten gekennzeichnet. Sie führen zu einem stark veränderten Essverhalten. Weiters werden die körperliche Gesundheit und/oder die psychosoziale Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigt.

Ernährungs- und Essstörungen sind eine der häufigsten Gesundheitsprobleme, von denen Jugendliche und junge Erwachsene in den westlichen Ländern betroffen sind. Obwohl es sich in erster Linie um psychiatrische Störungen handelt, führen sie oft zu körperlichen Komplikationen, die auf Fehlernährung und/oder unangemessenes Verhalten zur Kontrolle des Körpergewichts und der Körperform zurückzuführen sind. Nach Angaben des Südtiroler Sanitätsbetriebes wurde in den letzten Jahren bei Südtiroler Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren eine Zunahme von Essstörungen wie Bulimie oder Magersucht festgestellt. Die Pandemie hat dieses Phänomen weiter verschärft.

Das Netz der Dienste

Das Südtiroler Netzwerk für die Betreuung von Menschen mit Essstörungen besteht aus Allgemeinmediziner/innen und frei wählbare Kinderärzte/innen, spezialisierte ambulante Dienste für ES, teilstationäre Einrichtungen/Tagesstätten, stationäre Einrichtungen/Therapieeinheiten, Krankenhauseinrichtungen sowie Rehabilitations- und Langzeitpflegeeinrichtungen.

An wen können Sie sich für die Behandlung und Betreuung wenden?

Die ambulante Betreuung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Essstörungen wird in den vier Fachambulanzen (Bozen, Meran, Brixen und Bruneck) von multidisziplinären Teams gewährleistet. In den Fachambulanzen arbeiten Fachleute wie 

  • Psychiaterinnen und Psychiater 
  • Psychologinnen und Psychologen
  • Internistinnen und Internisten
  • Ernährungswissenschaftlerinnen und Ernährungswissenschaftler
  • Endokrinologen
  • Diätassistenten
  • Physiotherapeuten 
  • Pädagoginnen und Pädagogen 
  • psychiatrische Fachkräfte für die Rehabilitation und 
  • Pflegepersonal 

eng vernetzt zusammen. Zudem findet die Behandlung in enger Zusammenarbeit zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen statt, sodass jederzeit optimal auf die Personen eingegangen werden kann.

Informationen und Kontakte

Informationen, Kontakte und Zugangsvoraussetzungen finden Sie unter: Hilfe bei Essstörungen | Leistungen | Departement für Gesundheitsvorsorge (sabes.it) (externer Link)

Therapeutische Einrichtungen

Ärztinnen und Ärzte, besonders Allgemeinmediziner/innen und Gynäkologen/Innen, Pädiater/innen und Zahnärzte/innen sind oftmals erste Anlaufstelle für die Betroffenen und haben somit eine bedeutende Funktion in der Früherkennung von Essstörungen. Früherkennung erhöht die Heilungschancen maßgeblich und verhindert eine Chronifizierung der Störung.

Seit 2022 gibt es in Bozen die therapeutische Einrichtung für ES Villa Eèa, dort werden Patienten/innen in der Tagesklinik und in der Wohngemeinschaft behandelt.

Für die Rehabilitation hat die Klinik „Bad Bachgart“ in Rodeneck ein eigenes Programm für Essstörungen.

Die Fachstelle für Essstörungen INFES bietet anonyme und kostenlose Beratungen für Betroffene, aber auch für Angehörige und Freunde, Motivations- und Informationsgespräche für mögliche Therapien an.

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